Lamellendach als Doppelmodul über einer großen Terrasse

Ratgeber · Planung und Technik

Lamellendach und Schneelast: Was Ihr Dach im Winter tragen muss

Die zulässige Schneelast eines Lamellendachs ist kein Pauschalwert. Die Last am Standort ergibt sich aus Schneelastzone und Geländehöhe; diesen Wert gleichen Sie mit der Angabe im Datenblatt Ihres Modells ab.

Welche Schneelast Ihr Lamellendach tragen muss, ergibt sich aus Schneelastzone und Geländehöhe Ihres Grundstücks nach DIN EN 1991-1-3 mit nationalem Anhang, ergänzt um Verwehungen und Schnee, der vom Hausdach abrutschen kann. Diesen Standortwert vergleichen Sie mit der zulässigen Schneelast, die das Datenblatt für genau Ihre Größe, Modulart und Montage angibt. Liegen beide Werte nah beieinander oder schließt das Dach unter einer höheren Dachkante an, gehört die Frage in eine statische Prüfung.

Schneelastzone nachschlagen

Die Norm teilt Deutschland in die Schneelastzonen 1, 1a, 2, 2a und 3 ein. Welche Zone für Ihr Grundstück gilt, richtet sich nach der Gemeinde. Das Deutsche Institut für Bautechnik veröffentlicht dazu eine Zuordnung nach Verwaltungsgrenzen; viele Bauämter und Planer nennen die Zone auf Anfrage. Notieren Sie neben der Zone auch die Geländehöhe Ihres Grundstücks über Normalhöhennull, denn sie verändert den Wert.

Geländehöhe berücksichtigen

Für jede Zone nennt die Norm einen Sockelwert der charakteristischen Bodenschneelast. Ab einer bestimmten Höhe steigt der Wert nach einer Formel an, in Zone 1 zum Beispiel ab rund 400 m über Normalhöhennull. In höheren Lagen kann die Bodenschneelast deshalb deutlich über dem Sockelwert liegen. Die Tabelle unten zeigt die Sockelwerte als Orientierung.

Von der Bodenlast zur Dachlast

Auf einem flachen oder flach geneigten Dach rechnet die Norm in der Regel mit einem Formbeiwert von 0,8, die Schneelast auf dem Dach beträgt dann 80 Prozent der Bodenschneelast. Das gilt für eine ungestörte Dachfläche. Schließt das Lamellendach an eine höhere Hauswand an, können Verwehungen und Schneeanhäufungen am Wandanschluss deutlich höhere Lasten erzeugen. Die Norm behandelt diesen Fall gesondert.

Einheiten richtig umrechnen

Normen nennen Schneelasten in Kilonewton pro Quadratmeter, Datenblätter oft in Kilogramm pro Quadratmeter. 1 kN/m² entspricht rund 102 kg/m². Prüfen Sie außerdem, ob ein Datenblatt die charakteristische Last oder einen Bemessungswert mit Sicherheitsbeiwerten angibt. Nur gleichartige Werte lassen sich vergleichen.

Orientierung

Sockelwerte der Bodenschneelast nach Zone

Seitlich wischen, um alle Werte zu vergleichen.

Bodenschneelast (Sockelwert)Hinweis
Zone 10,65 kN/m²gilt bis rund 400 m Geländehöhe, darüber steigend
Zone 1a0,81 kN/m²Zone 1 mit Erhöhungsfaktor 1,25
Zone 20,85 kN/m²mit der Geländehöhe steigend
Zone 2a1,06 kN/m²Zone 2 mit Erhöhungsfaktor 1,25
Zone 31,10 kN/m²mit der Geländehöhe steigend, höhere Lagen deutlich mehr
Dachlast flaches Dachetwa 0,8 × Bodenschneelastohne Verwehung und ohne abrutschenden Schnee
Umrechnung1 kN/m² entspricht rund 102 kg/m²Datenblätter nennen oft kg/m²

Welche Angabe im Datenblatt zählt

Eine zulässige Schneelast gilt immer für eine bestimmte Größe, Modulart und Montage. Größere Spannweiten und längere Lamellen tragen weniger als kleine. Achten Sie darauf, ob die Angabe für ein Einzelmodul gilt oder auch für gekoppelte Doppelmodule, und ob sie für freistehende Aufstellung, Wandmontage oder beides formuliert ist. Fragen Sie im Zweifel nach dem Wert für genau Ihre Konfiguration.

Spannweite, Ausladung und Zusatzstützen

Bei Premium Exklusiv planen wir Breite und Ausladung nach Aufmaß im verfügbaren Maßraster. Ab einer bestimmten Ausladung sieht das System je nach Modultyp eine Zusatzstütze vor. Bei den festen Modulen von Classic, Deluxe und Deluxe Elektrisch ist die Größe vorgegeben. In beiden Fällen zählt für die Kaufentscheidung die Schneelast genau der gewählten Größe.

Statik und Genehmigung

Liegen Standortlast und zulässige Last nah beieinander, schließt das Dach an eine höhere Wand an oder wird es gewerblich genutzt, ist ein statischer Nachweis sinnvoll oder vorgeschrieben. Falls ein statischer Nachweis nötig ist, legen wir Zuständigkeit und Kosten vor der Beauftragung fest. Ob die Überdachung genehmigungspflichtig ist, beantwortet der Ratgeber Baugenehmigung für die Pergola.

Premium Exklusiv als Doppelmodul über einem Essplatz

Lamellendächer

Vier Systeme, eine Planung nach Aufmaß

Classic, Deluxe und Deluxe Elektrisch in festen Größen und Premium Exklusiv nach Maß. Beim Aufmaß prüfen wir Befestigung, Untergrund und Regenwasserablauf und klären, welche Lastangaben für Ihre Größe gelten.

  • Feste Module oder Maßplanung im Raster
  • Freistehend oder an der Hauswand je Modell
  • Datenblatt für die gewählte Größe anfragen

Lamellenstellung nach Anleitung

Wie die Lamellen bei Schnee stehen sollen, regelt die Anleitung Ihres Modells. Für die Pergola Classic 3 × 3 sieht die Anleitung vor, bei starkem Schneefall die Lamellen zu öffnen und angesammelten Schnee zu entfernen. Für andere Serien und Größen gilt deren eigene Anleitung. Lesen Sie die Winterstellung vor dem ersten Schnee nach. Was vor dem Winter an Pflege ansteht, erklärt der Ratgeber Pergola pflegen und auf den Winter vorbereiten.

Schnee räumen ohne Risiko

Betreten Sie weder Dach noch Gestell. Entfernen Sie Schnee vom Boden aus mit einem weichen Besen oder Schneeschieber an einer Teleskopstange und arbeiten Sie nicht auf vereisten Leitern. Vereiste oder blockierte Lamellen bewegen Sie nicht mit Kraft. Halten Sie Rinnen und Abläufe frei, damit Tauwasser abfließen kann.

Abrutschenden Schnee vom Hausdach beachten

Ein wandmontiertes Lamellendach liegt oft unter der Traufe des Hauses. Rutscht dort eine Schneelast ab, trifft sie die Überdachung schlagartig. Klären Sie bei der Planung, ob am Hausdach ein Schneefang vorhanden ist oder nachgerüstet werden sollte. Bei freistehenden Dächern spielt dieser Punkt meist eine geringere Rolle.

Diese Angaben sammeln Sie

Mit wenigen Angaben lässt sich die Schneelastfrage für Ihr Vorhaben sauber klären.

  • Schneelastzone und Geländehöhe des Grundstücks notieren
  • Freistehend oder Wandmontage festlegen, Höhe der angrenzenden Dachkante messen
  • Gewünschte Breite, Tiefe und Modulart notieren
  • Zulässige Schneelast für genau diese Konfiguration im Datenblatt erfragen
  • Einheit und Wertart (charakteristisch oder Bemessung) prüfen

Diese Fragen stellen Sie im Angebot

Klären Sie die offenen Punkte schriftlich, bevor Sie bestellen.

  • Gilt die Schneelast auch für gekoppelte Module?
  • Welche Lamellenstellung ist bei Schnee vorgesehen?
  • Ist ein statischer Nachweis nötig und wer erstellt ihn?
  • Welche Fundamente und Befestigungen setzt die Last voraus?

Wenn die Werte nicht passen

Liegt die Standortlast über der zulässigen Last, kommen eine kleinere Spannweite, zusätzliche Stützen, ein anderes Modell oder eine statische Einzelprüfung infrage. Ein Lamellendach, das die Last nicht sicher trägt, ist keine Option. Wir besprechen die Möglichkeiten anhand Ihrer Fläche.

FAQ

Häufige Fragen zur Schneelast

So viel, wie an Ihrem Standort auf dem Dach anfallen kann. Den Wert ermitteln Sie aus Schneelastzone und Geländehöhe nach DIN EN 1991-1-3, zuzüglich Verwehungen an höheren Wänden. Die zulässige Last des Dachs muss für Ihre Größe und Montage darüber liegen.
Die Zone richtet sich nach der Gemeinde. Das Deutsche Institut für Bautechnik veröffentlicht eine Zuordnung nach Verwaltungsgrenzen; außerdem helfen Bauamt und Tragwerksplaner. Notieren Sie zusätzlich die Geländehöhe Ihres Grundstücks, weil sie den Wert erhöhen kann.
1 kN/m² entspricht rund 102 kg/m². Ein Sockelwert von 0,85 kN/m² in Zone 2 entspricht damit rund 87 Kilogramm pro Quadratmeter Bodenschneelast. Vergleichen Sie nur gleichartige Werte, also charakteristische Lasten mit charakteristischen Lasten.
Das legt die Anleitung Ihres Modells fest. Für die Pergola Classic 3 × 3 sieht sie vor, die Lamellen bei starkem Schneefall zu öffnen und angesammelten Schnee zu entfernen. Für andere Serien gilt deren eigene Anleitung; vereiste Lamellen bewegen Sie nicht mit Kraft.
Bei starkem Schneefall und wenn die Anleitung es vorsieht, ja. Räumen Sie vom Boden aus mit einem weichen Besen an einer Teleskopstange und betreten Sie weder Dach noch Gestell. Halten Sie Rinnen frei, damit Tauwasser abfließen kann.
Nicht automatisch. Viele Angaben beziehen sich auf Einzelmodule. Bei Doppelmodulen und größeren Kombinationen fragen Sie nach der zulässigen Last für genau diese Konfiguration und lassen sie im Angebot bestätigen.
Die Dachlast selbst nicht, aber die Umgebung. An einer höheren Hauswand kann sich Schnee anhäufen, und vom Hausdach abrutschender Schnee kann auf die Überdachung fallen. Beide Effekte erhöhen die Belastung und gehören in die Planung.
Das hängt von Bundesland, Größe, Nutzung und Standort ab. Bei knappen Lastreserven, gewerblicher Nutzung oder Anschluss an eine höhere Wand ist ein statischer Nachweis sinnvoll. Falls er nötig ist, legen wir Zuständigkeit und Kosten vor der Beauftragung fest.
Lamellendach über einer Terrasse im Herbst

Schneelast für Ihren Standort klären

Nennen Sie Ort, Geländehöhe, Wunschgröße und Montageart. Wir klären die passenden Lastangaben für Ihr Lamellendach.